Richtig Bewerben – McDonald’s und IKEA erklären

Eine exzellente Bewerbung ist Voraussetzung für die Einladung und letztlich auch die Zusage für einen Ausbildungs- oder Arbeitsplatz. Die Süddeutsche Zeitung berichtet vor längerer Zeit über die häufigsten und fatalsten Fehler in Bewerbungen. Dazu wurden unterer anderem die Personalchefs von McDonald’s und IKEA befragt. Diese äußerten sich dabei zu fehlerhaften Bewerbungen, erläuterten jedoch auch Ihr Anforderungsprofil an einen Bewerber und an die Bewerbung eines solchen.

Roman Wolf ist Personalchef bei McDonald’s und ihm ist in einer Bewerbung vor allem Ehrlichkeit wichtig. Es nützt nichts, wenn die vorgetäuschten Talente und positiven Eigenschaften, in der Praxis dann von Ungeschick und gegenteiligen Eigenschaften eingeholt werden. Das andere Extrema sollte es jedoch auch nicht sein. Wichtig ist, die eigenen Stärken zu kennen und sie dann aber auch für sich zu nutzen und nach außen hin zu präsentieren. Wolf legt ganz besonderen Wert auf wie Eigenschaften wie Offenheit, Innovation und Kreativität.

So berichtet der McDonald’s-Personalchef von einem Bewerber, der eine sogenanntes „Moodbook“ als Bewerbung eingeschickt hat. In diesem befanden sich Bilder, Zitate, Anekdoten und Werbeanzeigen. Diese sollten seine Fähigkeiten belegen und seine Selbsteinschätzung darstellen. Gefallen hat Wolf vor allem, dass alles in einem unmittelbaren Bezug zum Unternehmen stand. Die Identifikation mit der eigenen Marke ist ihm sehr wichtig.

Weiterhin berichtet er von Problemen mit vielen Bewerbern, die auf eine mangelnde soziale Kompetenz zurückzuführen sind. Dieser äußert sich im zwischenmenschlichen Umgang während eines Bewerbungsgesprächen so zum Beispiel in der Frage nach dem Gehalt, direkt am Anfang des Gespräches. Das ist natürlich sehr ungeschickt. Jedoch sieht Wolf das Problem vor allem in der Gesellschaft.

Auch Barbara Löhnhardt, Personalleiterin von IKEA, ist schon des Öfteren Zeugin ungeschickter Äußerungen im Bewerbungsgespräch geworden. So berichtet sie von einem Bewerber, der geschlagene 20 Minuten über seinen ehemaligen Arbeitgeber schimpfte. Somit kam das Gespräch kurz darauf zu einem „freundlichen Ende“. Positiv dürfte das Gespräch für den Bewerber allerdings nicht ausgefallen sein.

Gemeinhin kennt man IKEA vor allem durch die lustigen Werbespots. Diese lockere Atmosphäre bestätigt die Personalleiterin. Einige Bewerber hat dies zu sehr ausgefallenen Bewerbungen inspiriert. So gestaltete ein Bewerber einen Schuhkarton mit einer kompletten Wohnungseinrichtung aus. Ein anderer verpackte seine Bewerbung in einem Pizzakarton in den IKEA-Farben. Aber auch bei IKEA gibt es Negativ-Beispiele bei denen nicht einmal die Adresse eines anderen Unternehmens korrekt geändert wurde. Löhnhardt rät den bewerben dazu keine Scheu vor einem Quereinstieg aus anderen Branchen zu wagen. Vielseitigkeit sei IKEA wichtig und ist immer willkommen.

Mein Fazit: Ehrlichkeit und Kreativität sind ohne Zweifel die Kerngedanken beider Texte. Selbstverständlich gibt es noch weitere Voraussetzungen, die ein Bewerber erfüllen sollte. Dazu empfehle ich die weiteren Artikel der anderen Firmen zu lesen. Einen so detaillierten Einblick in die Sicht des Arbeitgebers bekommt man sonst nur sehr selten.

Related Links:
Süddeutsche Zeitung – McDonald’s

Süddeutsche Zeitung – IKEA

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8 Kommentare zu „Richtig Bewerben – McDonald’s und IKEA erklären“

  • Pe-Su-Ki sagt:

    Ein interessanter Artiel, es stimmt schon, dass man von Zeit zu Zeit mal nach den neuen Bedingungen für die Bewerbungsunterlagen schauen muss. Sonst sendet man Unterlagen ein, die von der Aufteilung vollkommen Veraltet sind. Und somit wäre die eigene Bewerbung schneller vom Tisch, als man es sich wünscht.

  • derorden sagt:

    Finde ich gut, dass sich Unternehmen die Mühe machen, Bewerber vor möglichen Fettnäpfchen zu warnen. Ich kenne das auch von der AOK/Barmer/usw. Die waren im Rahmen eines Berufswahlseminars an unserer Schule und haben dann mit uns auch ein Bewerbungstraining gemacht und uns auch etliche Broschüren usw. zu dem Thema gegeben. Ich persönlich habe also keinen Bedarf an weiteren Bewerbungstipps. Aber für den ein oder anderen sind diese Artikel mit Sicherheit eine wahre Goldgrube.

  • PowerT sagt:

    Das mit dem Bewerben ist doch in jeder Firma anders. Die einen geben dich sofort in die Blacklist wenn man das mit dem Schuhkarton machen würde, die anderen würde es erfreuen.
    Ich finde beim Bewerben in der derzeitigen Situation braucht man nur Glück und eine gute Austrahlung.

  • smailies sagt:

    Ich finde es sehr wichtig, dass man bei seinen Bewerbungen ehrlich ist. Und sich vorher auch erkundigt, wie man sich bewirbt und welche Chancen man hat. Und den Einblick, den Firmenschefs hier geben ist natürlich extrem gut, weil nicht nur Extrembeispiele sondern auch die „Standards“ angeführt werden und das Scheitern vieler Gespräche erklärt wird.

  • WhiteSheep sagt:

    Das ist ein sehr interessanter Artikel. Vor allem, weil ich bisher fälschlicherweise dachte, dass Mc Donalds eigentlich überhaupt keine großen Ansprüche an sein Personal stellt. Ich habe schon diverse Filialen besucht und dabei eigentlich fast immer einen Mangel an Kompetenz erlebt (ob es nun an der Fähigkeit deutsch zu sprechen mangelte oder an Motivation: Wenn man mit einer 7- Tage- Regen- Miene das Essen vor das Gesicht geknallt bekommt, hat man bestimmt keinen guten Eindruck). Trotzdem muss ich dem Herrn Wolf und auch Frau Löhnhardt recht geben, eine ordentlich Bewerbung muss schon sein, ob es nun um die Ausbildung geht oder um einen Job. Dazu gehört, passend angezogen zu sein, eine fehlerfreie und rafinierte Bewerbung und auch Höflichkeit bei dem Bewerbungsgespräch. Wenn man sich an solche Dinge hält, wird man eigentlich recht schnell angenommen, hat meine Erfahrung gezeigt. In meinem Umfeld gab es keine Probleme, eine Ausbildung zu bekommen. Aber trotzdem gut, dass sich hier mal Firmenchefs zur Sache melden, den Einblick bekommt man leider selten.

  • baffi sagt:

    Ein schöner Artikel mit Aussagen von Firmenchefs denen ich es abnehme, dass sie innovative Bewerbungen schätzen.

    Ich denke aber, dass (der Vollständigkeit halber) ein Hinweis dahingehend hilfreich wäre, dass die wenigsten Unternehmen (gerade in Deutschland) das so sehen.

    Da haben manche Firmen (Verwaltungen) schon Probleme mit einem umgekehrt chronologischen Lebenslauf (letzte Tätigkeit zuerst).

    Wichtiger finde ich (wie hier auch schon angemerkt) die vorherige telefonische Kontaktaufnahme mit dem Unternehmen.

    Gruß

    baffi

  • Duude sagt:

    Ohne eine vernünftige Bewerbung wird man in der Regel sowieso nicht eingeladen. Vielen Leuten ist es auch einfach egal, wie ihre Mappe aussieht.
    Eselsohren, versifftes Papier, fehlende Rechtschreibung, ….
    Wer sich mit sowas bewirbt, braucht es eigentlich gar nicht erst tun und sollte das Porto sparen. Allerdings machen einige das auch nur, damit sie dem Amt nachweisen können, dass sie sich beworben haben – ohne wirklich erbsthaft arbeiten gehen zu wollen.

  • J_T_S sagt:

    Interessant! Man sollte von Zeit zu Zeit mal nach den neuen Bedingungen für die Bewerbungsunterlagen schauen, dieses Problem hatte ich vor kurzem auch, das sich das Anschreiben und der Lebensauf in ihrer Form geändert haben. Zu McDonald`s sehe ich das so wie WhiteSheep, man brauch sich nicht zu wundern wenn der Mitarbeiter nicht motiviert ist immer ein feundliches Lächeln auf den lippen zu haben, bei den Arbeitszeiten und dem Verdienst hätte ich es wahrscheinlich auch nicht! Zum Abschluss, in gut 80% meiner Besuche bei McDonald`s habe ich auch nur Ausländer (zugereiste) hinter der Theke angetroffen da brauch man sich nicht zu wundern wenn es mit der Sprache nicht ganz so klappt den Deutsche Sprache – Schwere Sprache!

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